Neue Stimmen aus den Niederlanden - Fünf Autoren und ein Band aus den Niederlanden und Flandern Fleur Bourgonje
Von Fleur Bourgonje (Niederlande, 1946) sind in Deutschland schon Ostwind, Königskind (2000), Die Frau auf dem Felsen (2001) und Damals am Deich (2001) erschienen. Bourgonje bedient sich einer komprimierten Sprache, die zugleich voller Poesie, Melancholie und Ausdruckskraft ist. Damals am Deich erzählt vom Treffen einiger Leute um die Fünfzig, die vor dreißig Jahren eng miteinander befreundet waren. Bei ihrem letzten Treffen lagen sie nach einer Segeltour unten am Deich, redeten, tranken und träumten miteinander. Ihr einstiges Bündnis ist natürlich in die Brüche gegangen. Sie haben sich in alle Winde zerstreut, Familien gegründet und verloren und ihre Illusionen aufgegeben. Fleur Bourgonje Initiator des Wiedersehens ist ein Rundfunkjournalist, der von dem Treffen eine Reportage machen will, aber zu der bitteren Einsicht kommt, daß aus der ihm vor- schwebenden Sendung nichts wird. "Es gibt Leben, die ich nicht montieren kann. Es gibt Leben, die ich verloren habe", lautet seine melancholische Schlußfolgerung. "Mit den in der Geschichte nachgezeichneten Lebenslinien gelingt es Bourgonje, der Melancholie auf den Grund zu gehen", schrieb ein Kritiker. Eine nicht zu unterschätzende Leistung.

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